Übergang Schule Beruf optimieren
Berufsorientierung
Sicherlich ist es für eine 15-jährige Schülerin oder einen gleichaltrigen Schüler keine leichte Aufgabe sich für einen Beruf zu entscheiden, der dann mit großer Wahrscheinlichkeit den Rest des Lebens ausmachen wird. Bei den meisten Schülerinnen und Schüler ist das Wissen über die Vielfalt der Berufe oder auch deren Inhalte nicht vorhanden. Die an den Schulen vermittelte Berufsorientierung kam bislang in den wesentlichen Punkten nicht den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler nach.
Eine gezielte Berufsorientierung über die Möglichkeiten in der Region, wie auch eine Wegbeschreibung zum individuellen Traumberuf war notwendig.
Wiederholte Versuche mit einer Berufsorientierung bereits in Klasse 7 anzufangen scheiterten.
Bei der Entwicklung des Oberstufenbandes bot es sich an, eine Berufsorientierung als festen Kurs in das Band zu integrieren. Dortige Inhalte sind: Intensive Aufklärung über Berufe und deren Inhalte, Berufsfelder, persönliche Berufsinteressen, eigene Stärken und Schwächen erkennen, Schlüsselqualifikationen, u.a.
Bewerbungstraining
Ist dann der Berufswunsch geklärt, kann man den nächsten Schritt gehen, nämlich die Bewerbungsmappe zu erstellen. Auch dies ist in diesem Kurs möglich und wird auch vom Lehrkörper angestrebt und gefördert. Dabei wird größter Wert auf ein individuelles Anschreiben gelegt.
Assessmentcenter
Das neue Spielzeug derjenigen, die sich für die Schlüsselqualifikationen anderer interessieren ist aus den Manager-Ebenen langsam auch bis in die Förderschule-Ebenen heruntergesickert. Hat dort nicht mehr den Anspruch zur Auswahl dienlich zu sein, sondern will nur noch Potentiale abprüfen. Bei einer Probephase, die wir hier an der Schule mit einer Klasse durchgeführt haben, stellten wir schnell fest, dass wir personell schnell an die Grenzen des Möglichen kamen. Teile des Assessment-Centers wurden dann in eine andere Gruppe des Oberstufendbandes übernommen (Sozialkompetenztraining)
Begleitung/Betreuung der Schulabgänger
Der Versuch Schulabgängerinnen und Schulabgänger in Ausbildung zu vermitteln scheiterte. Die anfänglich vermutete Ursache in einer schlechten Bewerbung oder einem schlechten Abgangszeugnis erwies sich als falsch.
Die meisten Schülerinnen und Schüler, die hier an der ALS in einem wohlbehüteten Klassen-Milieu die letzten Jahre verbracht haben, sind schon damit zu schockieren, dass sie beim Übergang von Regelschule zu Berufsschule (BVJ) zu einem Großteil ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler keinen Kontakt mehr haben werden. Die Vorstellung nach der Schule direkt in Ausbildung zu gehen und damit gar keinen Kontakt zu den Mitschülerinnen und Mitschülern mehr zu haben versetzt sie teilweise in Panik.
(2 Schülerinnen und Schüler haben mir im vergangenen Jahr als dich ihnen sagte, dass eich einen Ausbildungsplatz für sie hätte mitgeteilt, dass sie es vorzögen, erst einmal das BVJ zu machen.)
Autor: Gerhard Flüs

- Übung aus dem Assessment-Center

