Ferienjob: Handwerker auf Probe

Ferienjob: Handwerker auf Probe

Projekt "aktiv …" – Freiwillige Helfer bei Sanierung der Praxisklassen-Räume der Schöninger Eichendorff-Schule

 

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Von Toni Korporal

SCHÖNINGEN. Arbeiten in den Schulferien? Trotz bisher dürftigen Sommerwetters klingt das für die meisten Jugendlichen wenig verlockend. Nicht so für vier Schüler der Schöninger Eichendorffschule: Im Rahmen des Projektes "aktiv …" haben sie in dieser Woche einen nachhaltigen Eindruck vom Leben als Handwerker gewonnen.

Die Gelegenheit war günstig. Während der Sommerferien muss die Praxisklasse der Eichendorffschule vom bisherigen Standort Am Plan in das Schulgebäude an der Eichendorffstraße umziehen. Dafür vorgesehen sind Räume der aufgelösten Orientierungsstufe – Räume, die dringend einer Renovierung bedurften. Burkhard Meier, der das "aktiv …"-Projekt an der Schule betreut, fragte die Acht- und Neuntklässler vor den Ferien, wer sich denn – unter professioneller Anleitung – als Maler oder Elektriker versuchen wolle. Nach anfänglich großem Zuspruch sei die Schar der Interessenten dann auf vier Schüler zusammengeschrumpft. "Das war auf freiwilliger Basis", sagt Meier. Aber immerhin ein Anfang.

Das Modellprojekt "aktiv …", das an vier Schulen der Region Braunschweig läuft, soll in erster Linie die Kontakte zwischen Schulen und Betrieben verbessern und den Schülern die Schwellenangst vor der Berufswelt nehmen. "Wir wollen die Betriebe ermutigen, auch Hauptschüler einzustellen", sagt Koordinator Günter Schwardt-Christen von der Regionalen Entwicklungsagentur für Südostniedersachsen (Reson). Die Unternehmen, ist er sich sicher, bräuchten Lehrlinge, würden aber angesichts der Flut ungeeigneter Bewerber keine Stellen anbieten. Praktika wie das in der Eichendorffschule haben deshalb auch das Ziel, dass sich Jugendliche und Betriebe kennen lernen. Die vier Schöninger Schüler haben unter Anleitung eines Malermeisters und eines Elektro-Ausbildungsbetriebes gestrichen und lackiert, Kabel verlegt, Lampen und Kabelkanäle angebracht. Wenn man Schulen und Betriebe an einen Tisch bringe, sei es einfacher abzustimmen, welche Eigenschaften Bewerber haben müssen und was die Schule dafür tun kann, erklärt Karl-Heinz Friedrichs, Geschäftsführer der am Projekt beteiligten Ausbildungswerkstatt Braunschweig.

Dass noch viel mehr Jugendliche freiwillig Berufserfahrungen sammeln, wünscht sich Schulleiter Dieter Hoff. Nach dem neuen Hauptschulerlass müssten demnächst alle Acht- und Neuntklässler einen Tag pro Woche in einem Betrieb arbeiten – zusätzliche Ferienarbeit sei gleichwohl gern gesehen. Der Übergang zum Erwerbsleben werde so hoffentlich einfacher als bisher. "Die Schüler", so Hoff, "sollen über die Praxistage mitbekommen, dass Lernen Sinn macht."

 

 

 

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