Erste Erfahrungen und Konsequenzen zur Hälfte der Projektlaufzeit
Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Modell sind insgesamt positiv und bestätigen uns in der Ansicht, dass es die zusätzlichen Anstrengungen seitens der Schule und der beteiligten Betriebe und Institutionen wert ist, die es zumindest phasenweise mit sich bringt.
Die Schülerinnen und Schüler haben verstärkt praxisnahe Kenntnisse sammeln und diese für die eigene Berufswegplanung nutzen können. Engagierte Schülerinnen und Schüler der beteiligten Jahrgangsstufen haben sogar in den Praktikumsbetrieben eine Ausbildungsstelle erhalten.
Gleichzeitig profitierte der "traditionelle Unterricht" von einer veränderten Motivationslage der Jugendlichen, soweit sie eine neue Verbindung von "theoretischem Wissen" mit den praktischen Anforderungen eines Berufs herstellen konnten. In der Herstellung solcher Verzahnungen liegt dann auch die besondere Herausforderungen für die Lehrkräfte der Schule. Vor allem bezogen auf eine dauerhafte und inhaltlich ausgewogene Integration der Praxisanteile in den Schulalltag muss u.E. der Arbeitsschwerpunkt der kommenden Umsetzungsphase auf die schulstrukturellen Auswirkungen verlagert werden.
Organisatorisch erwies sich bei den Blockpraktika u.a. die Terminierung des Praktikums der 10. Klassen im September/ Oktober als vorteilhaft, durch die das Praktikum zeitlich im gerade laufenden Auswahlprozess vieler Betriebe angesiedelt ist.
Die Praxisanteile beider Jahrgangsstufen werden an der Hauptschule in Salzgitter-Bad in einer Form terminiert werden, die nur in Ausnahmefällen eine Überschneidung zur Folge hat, so dass nicht zwei Jahrgänge der Hauptschule parallel betriebliche Kapazitäten in Anspruch nehmen. Dies erhöht auch die Transparenz und die Akzeptanz des Modells bei den Betrieben vor Ort. Gleichzeitig hoffen wir auf diese Weise den enorm erhöhten Akquiseaufwand für die beteiligten Lehrkräfte in erträgliche Bahnen zu lenken.
U. E. wären grundlegend umfassendere Abstimmungen von Praktikumszeiten zwischen Schulen und Unternehmensvertretern wünschenswert, um nicht durch einen "ungeschickten" Zeitpunkt bestimmte Berufsbereiche von vornherein auszuschließen. So lag z.B. das zweite Blockpraktikum der 9. Klassen im März 2004 zu einem Zeitpunkt, an dem u. A. bei Malerbetrieben aufgrund der Temperaturen und davon abhängiger Auftragslage keine Praktikumsmöglichkeit gegeben war, während bei dem – temperaturunabhängigeren – Berufsbild des Konstruktionsmechanikers durch die Zwischenprüfungen der Auszubildenden die entsprechenden Firmen keine Praktikumsplätze zur Verfügung stellen konnten. Leider wird eine verbesserte Abstimmung vermutlich auch zukünftig durch die viel zitierten "äußeren Zwänge" verhindert, z.B. können durch die große Anzahl von Schulen betrieblicherseits ungünstige Zeiträume nicht aus den Schulpraktikumszeiten ausgeklammert werden.
Weitere Erfahrungen und Auswirkungen sind auf den folgenden Seiten kurz umrissen.

