Erprobung von wöchentlichen Praxistagen in der Jahrgangsstufe 8

Zwischen den Oster- und Sommerferien 2004 sind mit einer 8. Klasse regelmäßige, wöchentliche Praxistage in Betrieben der Umgebung erprobt worden. 19 Betriebe haben sich an dieser Erprobung beteiligt und das Modell überwiegend als angemessen erlebt.

Vorangegangen war der "Testphase" eine intensive Informationsarbeit der Projektmitarbeiter bei Betrieben und Interessensvertretungen vor Ort (z.B. der Kreishandwerkerschaft), um von Beginn einer Umsetzung von Praxistagen an eine gemeinsame Entwicklung eines realisierbaren Modells und eine größtmögliche Transparenz der schulischen Umstrukturierungen zu gewährleisten. Ohne den Erfahrungen an dieser Stelle zu weit vorgreifen zu wollen, erwies sich diese Vernetzungsarbeit als elementare Grundvoraussetzung, die die Bereitschaft der Betriebe zur Zusammenarbeit (und damit auch zum in Kauf nehmen von eventuellem Mehraufwand) sicherte.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b verbrachten - im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen - wöchentlich einen ganzen Arbeitstag in einem Betrieb. Neben einem ersten Erleben betrieblichen Alltags und Anforderungen verschiedener Berufsausbildungen konnten die Jugendlichen eigene Vorstellungen von Berufsbildern realitätsnah mit den eigenen Fähigkeiten und Neigungen abgleichen. Da nur in einem Fall zwei Schüler im gleichen Betrieb untergebracht waren, konnten die Schülerinnen und Schüler in großer Mehrheit befreit von bisherigen sozialen Strukturen in einer neuen Rolle ein "neues" Verhalten erproben.

Zu jedem Praxistag wurden Tagesberichte zum Teil im Deutschunterricht verfasst, so dass auch hier eine Regelmäßigkeit (und damit wiederholendes Lernen) erreicht werden konnte. Im Arbeit-Wirtschaft-Technik-Unterricht sind jede Woche die individuellen Erfahrungen und aktuellen Probleme der Schülerinnen und Schüler besprochen und aufgegriffen worden. 

Die Betriebe sind aufgefordert gewesen, die Leistungen der Mädchen und Jungen bezüglich ihres Arbeits- und Sozialverhaltens und ihrer Beherrschung von grundlegenden Kulturtechniken für jeden einzelnen Praxistag auf Grundlage eines neu entwickelten Beurteilungsbogens zu bewerten. Diese Bewertungen waren für die Schülerinnen und Schüler, die Erziehungsberechtigten und die Lehrkräfte transparent und sind auch in die schulische Benotung mit eingegangen. 

 

   


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