Coole Schule

Coole Schule - Lust statt Frust am Lernen


ist ein ähliches Projekt übertragbar auf die Region?

Moderation: Ute Koopmann, VHS Braunschweig

 

Dieses bundesweite Praxisforschungsprojekt wurde u.a. an der Jean-Piaget-Schule in Berlin durchgeführt. Die Kooperation zwischen Lehrkräften und Sozialpädagoginnen und Soziapädagogen wurde von August 2002 bis Dezember 2004 erfolgreich erprobt: Die Akteure arbeiteten im Team und waren gleichermaßen für die Entwicklung und Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Dazu wurde es notwendig, eine Form der Zusammenarbeit zu entwickeln, die auf der pädagogischen, konzeptionellen und institutionellen Ebene ihre Wirkung entfalten konnte. Nach den Erfahrungen von Ingrid Specht und Torsten J. Rentsch galt und gilt dieser Kooperation der besondere Fokus. Fragen der Arbeitsgruppe waren: Wie also gelingt Kooperation? Welche Rolle spielen dabei zu entwickelnde Netzwerke?



 

Dokumentation AG2 als HTML

Coole Schule:
Lust statt Frust am Lernen“

 

 

Die Arbeitsgruppe 2 wurde durchgeführt von

Ingrid Specht (Dipl.-Lehrerin) [1]

 

Lehrerin im Projekt „Coole Schule“

an der Jean-Piaget-Schule Berlin

CooleSchule.berlin(at)web.de  

www.jean-piaget-oberschule-berlin.de 

 

 

 

Torsten J. Rentsch (Dipl.-Soz.Päd.)

 

Fachberater für die Kooperation Schule – Jugendhilfe,

Schwerpunkt Schulverweigerung, Münster

t.j.rentsch(at)web.de

 

www.fachberatung-kooperation.de

 

 

 

 

 

 

Leider hat der mediale Mitschnitt dieser AG nicht funktioniert. Deshalb gibt es von der AG2 nur diese Form der Dokumentation.

 

Die Dokumentation wurde erstellt von:

 

Torsten Jörg Rentsch, Wollinstr.1, 48147 Münster

Tel: 0251.625 35 48, t.j.rentsch(at)web.de

 

Tätigkeiten:

  • Fachberatung von Institutionen zur Kooperation von Schule und Jugendhilfe

  • Beratung von Schulen und Jugendhilfeträgern, Eltern, Kindern und Jugendlichen, die sich mit dem Problem Schuldistanz auseinandersetzen oder davon betroffen sind.

www.kooperation-fachberatung.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Herausgeber :

projekt REGION BRAUNSCHWEIG GMBH

Geschäftsbereich reson research

Geschäftsstelle Bündnis für Arbeit

Mittelweg 7

38106 Braunschweig

 

Fon: 0531 / 12 18 – 158

Fax: 0531 / 12 18  - 123

 

verantwortlich: Günter Schwardt-Christen info(at)projektaktiv.de

 

Braunschweig, 07.06.2006

 

Inhalt

 

Referat: 5

Vorstellung des Projektes  „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“ 5

1.             Das Gesamtprojekt 5

2.             Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“, Standort Berlin.. 8

2.1.          Rahmenbedingungen.. 8

2.2.          Förderziele und Wochenplan.. 10

2.3.          Ergebnisse der zweijährigen Projektphase in Berlin.. 12

2.4.          Die Kooperation.. 14

2.4.1.      Die institutionelle Ebene. 14

2.4.2.      Die Handlungsebene. 16

2.4.2.1.   Verzahnung von Schul- und Sozialpädagogik. 16

2.4.2.2.   Individuelle Bildungsplanung und  Entwicklungsförderung. 17

2.4.2.3.   Erfahrungen aus der Zusammenarbeit 18

2.4.2.4.   Ein Beispiel 19

Diskussion.. 20

Ergebnis. 23

 

 

Referat:

Vorstellung des Projektes
„Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“

 

1.  Das Gesamtprojekt

 

Das Praxisforschungsprojekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“ setzte sich in einem Zeitraum von zwei Schuljahren (2002/ 2003 und 2003/ 2004) mit Jugendlichen auseinander, die bis dahin vor allem unter dem Klassifizierungsmerkmal „Schulverweigerer“ subsumiert waren. Ziel war, den Jugendlichen soziales und kognitives Lernen wieder zugänglich zu machen und nach Ende des Projektes die Teilnahme am bestehenden Schulsystem zu ermöglichen. Das Projekt wurde durch den Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge konzipiert, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Finanziell ausgestattet wurde das Projekt mit Mitteln der Deutschen Bank Stiftung.

 

Die Orte an denen das Projekt gemeinsam mit regionalen Schulen und der regionalen Jugendhilfe durchgeführt wurde, waren: Freiburg im Breisgau, Frankfurt am Main, Sömmerda in Thüringen, Osnabrück-Belm und Berlin.

 

Die Mitarbeiter der Durchführungsorte wurden über den gesamten Projektzeitraum kontinuierlich qualifiziert. Am Ende des Qualifikationsprozesses stand die Multiplikatorenfortbildung zum Fachberater für die Kooperation von Jugendhilfe und Schule mit dem Schwerpunkt Schulverweigerung.

 

Neben der Projektdurchführungsarbeit waren die Mitarbeiter der Standorte auch an der Evaluationsphase intensiv beteiligt[2]. Zuerst wird ein Überblick über die konzeptionellen Besonderheiten des Gesamtprojektes gegeben:

 

1.      Die Schulwerkstatt, in der am Vormittag mit veränderter Methodik und Didaktik (im Vergleich zur Regelschule), kognitives Lernen für die Jugendlichen wieder ermöglicht werden sollte. Stichworte dazu sind: lebensweltnah, handlungsorientiert, individuell und gemeinsame Aufgabenstellungen.

 

2.      Die Projektwerkstatt am Nachmittag, in der das soziale Lernen im Mittelpunkt stand, lag in der Verantwortung der sozialpädagogischen Fachkräfte. Dabei sollten kreativ-künstlerische und handwerkliche Neigungen der Jugendlichen berücksichtigt werden. Des Weiteren wurden Trainingseinheiten zur Herausbildung sozialer Kompetenzen von Sport- und Freizeitangeboten ergänzt.

 

3.      Wesentliches Merkmal des Projektes war eine offensive und intensive Elternarbeit. Hierin wurden die Eltern eng an das Projekt gebunden und eine gemeinsame Verantwortung für das Gelingen der Projektteilnahme ihrer Kinder vereinbart. Dabei wurden die Eltern in Erziehungsfragen beraten, ihre Rolle reflektiert und gemeinsam Perspektiven entwickelt.

 

4.      Zur besseren Verwirklichung der oben beschriebenen Lernansätze sollte ein Lernnetzwerk geschaffen werden, dass z.B. Künstler in den konkreten Lernprozess einbezog.

 

5.      Ähnlich dazu, jedoch auf einer anderen Ebene, wurde ein kommunales Netzwerk „Jugend und Bildung“ in den jeweiligen Regionen initiiert. Hier wurden die regionale Wirtschaft und kommunale Entscheidungsträger verbindlich in die Verantwortung genommen. Kurz: Deren Ressourcen auszuloten, zu nutzen und damit eine Beteiligung am Bildungsprozess zu erreichen, war das Ziel (Verteilung der Bildungsverantwortung).

 

6.      Zentrales Handlungsinstrument im alltäglichen Umgang mit den Schülern war die individuelle Bildungsplanung und Entwicklungsförderung. Diese bestand im Wesentlichen aus dem Zirkel: Bestandsaufnahme, Zielformulierung, Durchführungsschritte und schließlich Auswertung.

 

Die aufgeführten sechs Punkte wurden im Wirkungskreis von Schülern, Eltern, Lehrern und Sozialpädagogen realisiert.

 

Ein zentrales Ergebnis sind die Zahlen zur erfolgten Wiedereingliederung. Diese stellen letztlich den Maßstab für das Gelingen solcher Projekte dar. Von zuletzt 58 Schülern konnten 24 in eine Regelklasse der gleichen Jahrgangsstufe reintegriert werden. 13 Jungen und Mädchen besuchten nach Projektende wieder eine Regelschule, jedoch nicht in der gleichen Jahrgangsstufe. 14 Jugendliche konnten in berufsbildende Maßnahmen vermittelt werden und 7 Schüler mussten in Sonderfördermaßnahmen abgegeben werden.[3]

 

Die Konzeption und Durchführungsweisen mussten jedoch aufgrund regional unterschiedlicher Bedingungsfaktoren geringfügig verändert werden. Auch die Erfahrungen in der Projektarbeit führten zu Veränderungen. Dennoch waren die oben aufgeführten wesentlichen sechs Punkte der Konzeption für alle Durchführungsorte verbindlich. Beispielhaft soll hier der Projektverlauf an der Jean-Piaget-Schule in Berlin Marzahn-Hellersdorf vorgestellt werden. Darin sind die Funktionsweisen der zentralen konzeptionellen Punkte erklärt.

2.     Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“, Standort Berlin

2.1.          Rahmenbedingungen

 

Auf der Durchführungsebene waren die Jean-Piaget-Schule (Hauptschule) und die Tandem gBQGmbH (Träger der Jugendhilfe) verantwortlich.

 

Das Projekt fand an der Jean-Piaget-Schule (Hauptschule) im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf statt. Dieser Stadtbezirk (ca. 251 000 Einwohner) ist vor allem durch die Plattenbau-Architektonik gekennzeichnet. Es existieren aber auch Siedlungsgebiete, deren Bild durch Mehr- und Einfamilienhäuser bestimmt ist.

 

Die Schule selbst befindet sich am Stadtrand. Sie verfügt über zwei Schulgebäude. In einem der Gebäude waren mehrere Projekte verortet. Darin nutzte das Projekt „Coole Schule“ einen Unterrichtsraum, einen Gruppenraum, zwei Büros und eine Küche mit Frühstücksraum.

 

Die pädagogische Arbeit verantworteten eine Lehrerin (Vollzeit) und zwei Sozialpädagogen in Teilzeit (je 30 h). Die Schüler des Projektes wurden außerdem von unterschiedlichen Lehrern der Schule in verschiedenen Fächern unterrichtet (Sport, Biologie, Physik). Der Wahlpflichtunterricht der Jean-Piaget-Schule stand den Projektteilnehmern offen. Im Projekt selbst wurde von der Lehrerin ebenfalls ein Wahlpflichtfach angeboten. So konnte die Lehrerin ganz im Projekt arbeiten, was der Projektarbeit zugute kam. Ebenso dem Projekt ganz verpflichtet waren die Sozialpädagogen, die durch den Träger Tandem gBQGmbH zur Verfügung gestellt wurden.

 

Die Lerngruppe setzte sich aus zehn Jugendlichen zusammen, die sich selbst im neunten bzw. zehnten persönlichen Schulbesuchsjahr befanden und hatten die sechste oder siebente Klasse zuletzt bestanden. Im Gegensatz zu den anderen Standorten des Projektes (zweijährige Projektteilnahme der Schüler), zielte in Berlin die Projektteilnahme auf die schnellstmögliche, jedoch frühestens nach einem Jahr erfolgende, Reintegration der Jugendlichen in das bestehende Schulsystem oder in berufsvorbereitende Lehrgänge. Das Erreichen eines Schulabschlusses war innerhalb des Projektes nicht möglich.

 

2.2.          Förderziele und Wochenplan

 

Die Förderschwerpunkte für den sozialen Bereich waren folgende:

Die Beachtung von äußeren Regelsystemen war eine Zugangsvoraussetzung. Den Jugendlichen, die über einen längeren Zeitraum nicht die Schule besucht hatten, fiel es schwer sich in Systeme einzuordnen und deren Regeln anzuerkennen (Pünktlichkeit...). Eng verbunden damit ist die Förderung von Teamfähigkeit. Großes Gewicht hatte die Entwicklung von Perspektiven, denn Schulverweigerung ist unter anderem auch auf das Fehlen von Zukunftsideen zurückzuführen. Konfliktfähigkeit musste kontinuierlich gefördert werden. Täglich geübt wurde die Fähigkeit zur Selbst- und Fremdeinschätzung in entsprechenden Auswertungs- bzw. Reflexionsrunden. Damit einher gingen die Förderung von Kommunikations- und Durchsetzungsfähigkeit. Ein weiterer Förderschwerpunkt war die Ausbildung von Kritikfähigkeit. Kritikfähigkeit bedeutete zunächst Kritik zu ertragen bzw. auch zu äußern und später sogar Kritik für sich positiv umzusetzen.

 

Ziele im kognitiven Bereich waren:

Die Wissensdefizite der Schüler, die aufgrund langer Fehlzeiten entstanden waren, wurden schrittweise abgebaut. Besondere Berücksichtigung fanden die Kernfächer und Naturwissenschaften. Ein anderer Schwerpunkt war der Erwerb von Lerntechniken. Das Erlernen und Proben von Grundtechniken des selbstständigen Wissenserwerbs führte zum Aufbau von Lernkompetenzen. Außerdem wurde Grundwissen über gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge vermittelt.

 

In der Wochenstruktur sind zwei Elemente zu erkennen, die sich täglich wiederholten. So beginnt jeder Tag mit einem Frühstück, das zum Teil gemeinsam vor- und nachbereitet wird. Jeder Tag enthält ebenfalls eine Tagesauswertung, bei der jeder Jugendliche sich mindestens über seine schulischen Leistung und sein Verhalten äußern soll und diese bewertet. Im Verlauf des Projektes moderierten die Schüler diese Auswertungen zunehmend selbst.

Zwischen Frühstück und Tagesauswertung finden Unterrichtseinheiten, Projektstunden und Einzelgespräche statt. Die Einzelgespräche sind Reflexions- und Entwicklungsplattform der individuellen Förderverläufe. Diese werden sowohl im kognitiven Bereich (Schulpädagogik) und sozialen Bereich (Sozialpädagogik) durchgeführt.

 

Ein Tag der Woche ist Praxistag. Hier werden zunächst praktische Arbeiten im Projekt selbst verrichtet. Ziel dabei ist vor allem, die Übernahme von Verantwortung der Jugendlichen für die Projekträume. Dabei werden Aufgaben, wie Renovierungsarbeiten, Ausgestaltung der Projekträume sowie deren Reinigung den Jugendlichen übertragen. Ein weiterer Inhalt dieses Tages ist immer das gemeinsame Zubereiten eines Mittagessens (Einkauf, Vorbereitung, Zubereitung, gemeinsames Essen). Während der Projektteilnahme besuchen die Schüler zunehmend Praxisplätze, die individuell ausgesucht und innerhalb des Schuljahres gewechselt werden. Dieser Praxistag stellt die Brücke zur außerschulischen Wirklichkeit dar und dient auch der Berufsorientierung. In der Begegnung mit der Arbeitswelt wird den jungen Menschen deutlich, wofür sie lernen und das ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten durchaus darin Anerkennung finden können.

2.3.          Ergebnisse der zweijährigen Projektphase in Berlin

 

Schülerbezogen lassen sich die Ergebnisse so ausdrücken: die z.T. erhebliche Reduzierung der Fehlzeiten, die Sicherstellung einer Anschlussperspektive und schließlich die Integration. Natürlich war bei einer kontinuierlichen Projektbeteiligung eine stetige Kompetenzerweiterung im sozialen und kognitiven Bereich bei den Jugendlichen zu beobachten. Projektbezogen ist die erfolgreiche Verschränkung von schul- und sozialpädagogischen Handlungsansätzen im kooperativen Verfahren zu nennen. Voraussetzung für die Implementierung des Projektes war u.a. die erfolgreiche Kooperation innerhalb des Netzwerkes „Jugend und Bildung“. Genauer: z. B. sanken die Fehlzeiten von über 80 Tagen in einem Halbjahr, auf fünf pro Halbjahr. Alle Schüler waren an mehr Tagen im Halbjahr anwesend, als im Halbjahr vorher an der Regelschule.

 

Bereits nach einem Durchführungsjahr konnten sieben Jugendliche das Projekt verlassen. Drei Schüler besuchten das Projekt auch im zweiten Jahr des Praxisforschungsprojektes, indem außerdem weitere sieben Jugendliche gefördert wurden. Somit haben 17 Schüler das Projekt in zwei Schuljahren besucht.

 

Die Integration der 17 Jugendlichen, die in den zwei Jahren in das Projekt aufgenommen wurden, erfolgte so (Stand September 2004): fünf besuchten eine Regelklasse, sechs wurden in berufsqualifizierende Lehrgänge mit einer Möglichkeit des Erreichens des Hauptschulabschlusses integriert, vier wurden in berufsvorbereitende Lehrgänge vermittelt, ein Schüler wurde von einer Sonderfördermaßnahme aufgenommen und eine Jugendliche war im Anschluss an das Projekt nicht mehr erreichbar.

 

Ein Jahr nach Beendigung der Versuchsphase ist im Sommer 2005 für diese Jugendlichen folgendes Ergebnis zu verzeichnen: zwei Schüler haben inzwischen einen Realschulabschluss erzielt, je drei Jugendliche erreichten einen Hauptschul- und erweiterten Hauptschulabschluss, sechs befinden sich noch in berufsvorbereitenden, -qualifizierenden Lehrgängen, zwei Jugendliche sind ohne Abschluss, eine Schülerin bleibt nicht erreichbar.

 

Die hier vorgestellten Ergebnisse und die Kooperation im Netzwerk „Jugend und Bildung“ haben das Bestreben, das Projekt „Coole Schule“ in Berlin zu etablieren, zum Erfolg geführt. Somit ist aus einem Projektversuch ein Regelangebot geworden, dass unter veränderten Finanzierungsbedingungen mit gleichen Rahmenbedingungen durchgeführt werden kann. Es existieren jetzt „Coole Schule I“ und „Coole Schule II“. Der Unterschied besteht in der Lerngruppengröße und Zielgruppenalter (12-14 Jahre, 6./ 7. Schuljahr; 14-16 Jahre, 7./ 8.Schuljahr).[4]

2.4.          Die Kooperation

 

Die Kooperation im Projekt „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“ soll hier auf zwei Ebenen vorgestellt werden. Als Beispiel dient weiterhin das Projekt am Standort Berlin.

 

2.4.1.         Die institutionelle Ebene

 

Die Kooperation auf der institutionellen Ebene kann anhand des Netzwerkes des Projektes erläutert werden:

1.      Die beteiligten Träger waren: die Initiatoren und Wegbereiter – Deutscher Verein (dv) und Deutsche Bank Stiftung; die Träger vor Ort auf der Umsetzungsebene – die Jean-Piaget-Schule und die Tandem gBQGmbH.

 

2.      Mitverantwortlich für die Rahmenausgestaltung des Projektes waren außerdem: das Bezirksamt, das z.B. die Räume zur Verfügung stellt; die Senatsverwaltung – die ein volles Deputat für das Projekt ermöglichte.

 

3.      Die strukturellen Ressourcen des Fördervereins der Schule konnten für die Verwaltung der Finanzen, sowie für die vertragliche Absicherung von Honorarkräften genutzt werden.

 

4.      Das Jugendamt war für das Projekt ein ganz wichtiger Partner. Über das Jugendamt kamen die Jugendlichen ins Projekt. Mit dem Jugendamt wurde zu jedem einzelnen ein Hilfeplanverfahren durchgeführt. Einmal im Jahr wurde eine Veranstaltung des Projektes für die Mitarbeiter des Jugendamtes durchgeführt, die die Arbeit/ Kooperation reflektiert.

 

5.      Über die Agentur für Arbeit wurden Jugendliche in berufsbildende Maßnahmen vermittelt.

 

6.      Regionale Firmen dienten vor allem als Praxisplätze (z.B. Pension, Kfz-Werkstätten, Fahrradgeschäft mit Werkstatt).

 

7.      Eine besonders gelungene Kooperation bestand mit dem Internationalen Bund Brandenburg. In dessen Förder- und Integrationszentrum konnten die Schüler alljährlich praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Ausbildungsbereichen des Handwerks sammeln.

 

Dieses kommunale Netzwerk „Jugend und Bildung“ traf sich halbjährig zu round-table-Gesprächen. Die vorgestellte Kooperation führte zu zeitlich aufeinander folgenden Effekten. Zunächst stand die regionale Verortung des Projektes im Vordergrund. Ziel war es externe Ressourcen für den Bildungsprozess herauszufinden. Gleichzeitig boten uns die durchgeführten „Runden Tische“ die Möglichkeit, die geleistete Arbeit zu reflektieren. Schließlich hat diese Präsenz des Projektes in der Region und die daraus resultierende Unterstützung durch die Partner zur Implementierung als Regelangebot geführt.

2.4.2.         Die Handlungsebene

 

Die Handlungsebene beschreibt das Zusammenwirken der Schul- und Sozialpädagogen im Alltag des Projektes in Berlin.

2.4.2.1.        Verzahnung von Schul- und Sozialpädagogik

 

Im Allgemeinen wurde die Zusammenarbeit mit dem Begriff der Verzahnung umschrieben. Das meint, dass die Zusammenarbeit zwischen den Professionen derart gestaltet war, dass die jeweiligen pädagogischen Handlungen ineinander griffen.

 

Eine Verzahnung von Schul- und Sozialpädagogik setzt die Eigenständigkeit beider Bereiche voraus. So brachten beide Professionen ihre speziellen Kenntnisse in den Prozess ein, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, wobei es notwendig ist, eng bzw. integral zusammen zu arbeiten. Genauer: Sozialpädagogik war im Projekt für die Entwicklungsförderung zuständig. Dafür wurden individuelle Förderziele mit den Beteiligten vereinbart. Diese waren im Hilfeplan festgehalten bzw. resultierten daraus. Die Umsetzung wurde durch Methoden garantiert, die dieser Profession zur Verfügung stehen. Analog dazu zeichnete sich die Schulpädagogik für die Bildungsplanung verantwortlich. Auch dazu wurden individuelle Förderziele vereinbart. Grundlage hierfür war der Rahmenplan der jeweiligen Klassenstufe. Zur Durchführung wurden spezifisch schulpädagogische Methoden angewendet.

 

Die Kooperation/ Verzahnung zeigte sich nun darin, dass die Förderziele abgestimmt, Lerninhalte gemeinsam entwickelt, Umsetzungsmethoden verabredet, Lernsituationen geplant und schließlich gemeinsam durchgeführt wurde. Hieraus entstand nun eine konkrete Lern- bzw. Lehrsituation (je nach Perspektive), die kontinuierlich ausgewertet wurde. Die Ergebnisse der Auswertung wiederum flossen in den Planungsprozess usf. ein.

2.4.2.2.        Individuelle Bildungsplanung und
Entwicklungsförderung

 

Ein besonderes Arbeitsinstrument des kooperativen Verfahrens ist die individuelle Bildungsplanung und Entwicklungsförderung. Dies ist ein durch Dokumentation/ Berichte/ Reflexionen gestütztes Verfahren, bei dem der Einstieg der Jugendlichen in das Projekt mit der Feststellung von Ressourcen und Bedarfen einhergeht. Diese werden dann in einem Basisbericht festgehalten. Ressourcenorientiert  werden individuelle Förderziele vereinbart, die dann den pädagogischen Alltag bestimmen (Wochenplanarbeit, Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Projektarbeit, Fördergespräche, kleinschrittige Vereinbarungen). Durch die regelmäßige Selbst- und Fremdeinschätzung entsteht so ein kontinuierlicher Bezug zu den Förderzielen, die in Halbjahresberichten ausgewertet werden (Notenzeugnis, Entwicklungsbericht).

 

2.4.2.3.        Erfahrungen aus der Zusammenarbeit

 

Das erste Projekthalbjahr war durch eine Diskontinuität der sozialpädagogischen Fachkräfte gekennzeichnet. Bei den Jugendlichen bestand gegenüber den sozialpädagogischen Angeboten nur eine geringe Anerkennung und die Sozialpädagogik war im Projekt wenig etabliert. Ab dem zweiten Halbjahr konnte die sozialpädagogische Arbeit entsprechend der konzeptionellen Vorgaben allmählich umgesetzt werden.

 

Außerdem erschien die konzeptionelle angestrebte, strikte Trennung in Vormittags- und Nachmittagsbereich hinsichtlich der Akzeptanz sozialpädagogischer Angebote bei den Jugendlichen hinderlich. Diese waren nach erbrachter schulischer Leistung nicht mehr daran interessiert, an Angeboten teilzunehmen, die sie von der Schule nicht erwartet hatten. Aus der Schülerperspektive war das Problem der Schulverweigerung nämlich bereits mit dem Projektsbesuch resp. der Teilnahme an der Schulwerkstatt gelöst.

 

Im Ergebnis führte im ersten Projektjahr die pädagogische Durchführung zu einer Förderung in Teilbereichen, vor allem im kognitiven Bereich. Ziel war jedoch eine ganzheitliche Förderung zu erreichen, die sich konzeptionell bereits im zentralen Arbeitsinstrument „Individuelle Bildungsplanung und Entwicklungsförderung“ manifestierte.

 

Daraus resultierend wurde eine Wochenstruktur entwickelt, die die kognitive und soziale Förderung nicht nur inhaltlich, sondern auch zeitlich vernetzte. Die Mitarbeiter im Projekt in Berlin entschlossen sich, alle Angebote gemeinsam und vormittags wie nachmittags durchzuführen. Bei Einhaltung inhaltlicher Eigenständigkeit ergab es sich, dass Teilarbeitsbereiche durch die vorausgegangene gemeinsame Planung und Verabredung von der jeweils anderen Berufsgruppe übernommen wurde. Die gemeinsame Verantwortung, Planung und Durchführung ermöglichte die ganzheitliche Förderung der Jugendlichen, da das Projekt als Gesamtangebot von den Schülern wahrgenommen, akzeptiert und genutzt wurde.

2.4.2.4.        Ein Beispiel

 

Die inhaltliche Verzahnung von Schul- und Sozialpädagogik, unter Wahrung der Eigenständigkeit der beteiligten Professionen, wird an einem Beispiel verdeutlicht.

Bei der Anfertigung eines Dominospiels zum Thema „Europa“ (Länder und Hauptstädte) wurden fachliche, persönliche und soziale Kompetenzen gefördert:

*        fachliche Kompetenzen: Lesen und Erschließen von Textinhalten, Arbeit mit Nachschlagewerken, Anwendung verschiedener Rechenverfahren, Arbeits- und Fertigungsplanung, Umgang und Handhabung von Werkzeugen und Reißzeugen;

*        persönliche Kompetenzen: Entwicklung des Interesses am Kontinent Europa, Entwicklung der Lern- und Leistungsbereitschaft, Arbeit an der Selbstständigkeit, Entwicklung von sorgfältiger und zuverlässiger   Arbeitsweise, Entwicklung von Selbstvertrauen in das eigene Leistungsvermögen;

*        soziale Kompetenzen: Förderung der Teamfähigkeit, Entwicklung der Kooperationsbereitschaft, Förderung kommunikativer Fähigkeiten, Entwicklung der Konfliktfähigkeit, Entwicklung der Flexibilität.

 

Durchführungsinhalte der Schulwerkstatt waren: Kennen lernen der europäischen Länder, Hauptstädte, Flaggen, Autokennzeichen, Größe und Lage im Gradnetz, geografische Besonderheiten, Berechnung des Materialbedarfs, Kostenkalkulation.

In der Projektwerkstatt wurden folgende Arbeitsschritte vorgenommen: Preisvergleich in Baumärkten, Festlegen der Form, Größe, Beschriftung, Planung der Arbeitsschritte, Herstellung der Dominosteine (Anreißen, Sägen, Schleifen, Lackieren, Beschriften), Europadomino spielen.

 

Diskussion

 

Nach dem Inputreferat entwickelte sich rasch ein offenes Gespräch. Darin wurden vor allem Nachfragen zum Projekt gestellt. Da das Projekt über die Versuchsphase hinaus als Regelangebot fortbesteht, kam es zur Vermischung zu Fragen zur Phase als Praxisforschungsprojekt und zur aktuellen Situation im Projekt „Coole Schule II“.

 

So konnte geklärt werden, dass der Zeitaufwand, mit dem dieses Projekt durchgeführt und die Zusammenarbeit entwickelt wurde, höher war, als das die jeweiligen Rahmenbedingungen vorsahen. Besonders in der Phase, in denen die gemeinsame Arbeit entwickelt wurde, kam es zu Überstunden. Ebenso gab  es Spitzenzeiten, in denen die Mitarbeiter des Projektes nur durch Mehrarbeit, ihre Aufgaben erfüllen konnten (z.B. Vorbereitung der Netzwerkgespräche, Dokumentation).

 

Die genauen Verfahrensregeln für die Aufnahme von Jugendlichen wurden erläutert. Hier war insbesondere die Zuständigkeit bei der Entscheidung über die Aufnahme von Jugendlichen in das Projekt von Interesse. Da inzwischen („Coole Schule II) die Arbeit der Sozialpädagogen über die §§ 29, 30 SGB VIII finanziert werden, liegt die Entscheidungsautorität zur Durchführung der Maßnahme beim Jugendamt. Da jedoch die Zusammenarbeit zwischen Projekt und ASD eng vernetzt ist, kam es bisher stets zu Übereinkünften.

 

Die Integration von „Coole Schule“ an der Jean-Piaget-Schule war kein Problem. Die Lehrerschaft an dieser Schule zeichnet sich durch hohes Engagement und Entwicklungsbereitschaft aus. Die Schule verfügt über eine Projektlandschaft auf dem Schulgelände, so dass sich „Coole Schule“ in eine bestehende Struktur einfügen konnte. Die Entscheidung dieses Projekt an der Schule einzurichten, wurde in der Lehrerkonferenz getroffen. Nur wenn die Unterstützung der Lehrer besteht, können solche Projekte durchgeführt werden. Das bezieht sich auf die Kooperation bei der Entwicklung von Unterrichtsinhalten und den konzeptionell vorgesehenen Fachunterricht, der von Lehrern der Schule im Projekt und in den Fachräumen der Schule durchgeführt wird.

 

Ebenso erfolgte eine Integration der Sozialpädagogen in die Schule. Durch die Mitarbeit im Projekt an der Schule werden diese Teil der Schule. So können sie z.B. an den Lehrerkonferenzen teilnehmen, beteiligen sich aktiv an der Entwicklung des Schulprofils, nehmen bei Interesse an schulischen Weiterbildungsveranstaltungen teil und werden zu allen Festen eingeladen.

 

Daran schloss sich die Frage nach Übertragungseffekten vom Projekt in die Schule an. Elemente der individuellen Bildungsplanung und Entwicklungsförderung sind aus dem Projekt heraus so weiterentwickelt worden, dass diese heute in den Regelklassen der Jean-Piaget-Schule angewendet werden können.

 

Erneut wurde die konkrete Zusammenarbeit der Schul- und Sozialpädagogen thematisiert. Die Abstimmung der einzelnen Angebote (Entwicklung, Planung) wurde durch wöchentliche Teamsitzungen gesichert. Klare und vor allem verbindliche Absprachen wurden getroffen. Es wurde verdeutlicht, dass die Lernsituationen stets Aspekte des kognitiven und sozialen Lernens beinhalten. Die Möglichkeit durch die Kooperation von Schul- und Sozialpädagogen Lernsituationen mit dem Know-how der jeweiligen Profession zu gestalten, war und ist der Garant für den Erfolg des Projektes.

 

Die Frage zur institutionellen Kooperation konnte durch zwei Nachfragen intensiviert werden.

  1. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfeträger (Tandem gBQGmbH) und Schule hat sich soweit entwickelt und etabliert, dass man diese als wirkungsvolle Partnerschaft bezeichnen kann.

  2. Die „Runden Tisch“ - Gespräche bildeten die Grundlage zur Implementierung des Projektes als Regelangebot. Hier konnte für die Belange und das Konzept des Projektes geworben und Partner gewonnen werden. Außerdem stellten sie die Plattform dar, um Möglichkeiten zur Umsetzung zu erörtern und zu entwickeln. Die Ergebnisse, die im Projekt erzielt worden waren, wurden hier präsentiert. Aus dem Konglomerat von Wirksamkeit des Projektes und Engagement der Netzwerkteilnehmer machte das Fortbestehen von „Coole Schule“ nach der Praxisforschungsphase möglich.

 

Außerdem wurde die Übertragbarkeit solcher Konzepte in andere Regionen hinterfragt. Grundsätzlich, das hat auch „Coole Schule“ gezeigt, sind es besonders regionale Bedingungen, die über die Möglichkeit von Projektdurchführungen entscheiden. Elemente, wie die Kooperation, Netzwerkarbeit oder die individuelle Bildungsplanung und Entwicklungsförderung sind ohne weiteres in die pädagogische Arbeit integrierbar. Die Pädagogen in der Schule und der Jugendhilfe sind letztlich die Handelnden, die bestimmen müssen, wie mit den jungen Menschen wirkungsvoll umgegangen werden kann und welche Ziele ihre jeweilige Arbeit verfolgt. Wichtig ist es, Plattformen der Begegnung zu schaffen, auf denen sich beide Professionen kennen lernen und Schnittmengen erarbeitet werden können. Insofern sind gemeinsame Tagungen, Arbeitskreise und Fortbildungen geeignete Möglichkeiten um die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe zu fördern.

Ergebnis

 

In der Arbeitsgruppe wurde das Konzept des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge und deren Umsetzung am Standort in Berlin Marzahn-Hellersdorf an der Jean-Piaget-Schule (Hauptschule) vorgestellt. Großes Interesse galt vor allem der praktischen Umsetzung und die dabei gemachten Erfahrungen im Alltag, insbesondere hinsichtlich der Zusammenarbeit von Schul- und Sozialpädagogik auf der Ebene der Handelnden vor Ort, sowie der Zusammenarbeit auf institutioneller Ebene. Diskutiert wurde des Weiteren inwieweit Konzeptschwerpunkte bzw. Erfahrungen der Projektmitarbeiter während der Praxisforschungsphase in Regelschulen unterschiedlicher Schulformen übertragbar sind. Ein weiteres Thema der Diskussion waren Finanzierungsmöglichkeiten, sowie die Verantwortungsübernahme bei der Implementierung ähnlicher Projekte, bei denen eine Kooperation von Jugendhilfe und Schule unabdingbar ist.

 

Zusammengefasst ist die AG 2 „Coole Schule: Lust statt Frust am Lernen“ zu folgenden Ergebnissen gelangt:

 

  1. Eine Kooperation zwischen Schul- und Sozialpädagogik ist möglich, wenn von Jugendhilfe und Schule, evt. unter Einbeziehung weiterer Institutionen, dafür gemeinsam die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

  1. Die Zusammenarbeit muss durch die Eigenständigkeit, hohe Kommunikationsbereitschaft und Kooperationswillen der Partner gekennzeichnet sein.

  1. Inhalte des Konzeptes sind auf die Regelschule übertragbar.

  1. Wichtig für die gelingende Kooperation auf der pädagogischen Handlungsebene ist eine Kooperation auf der institutionellen Ebene.

  1. Der Aufbau und die Pflege von Netzwerken sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kooperation.

 


 

[1]

Ingrid Specht ist Lehrerin an der Jean-Piaget-Schule in Berlin im

Projekt „Coole Schule II“; Torsten J. Rentsch ist Sozialpädagoge

und arbeitet als Fachberater für die Kooperation von

Jugendhilfe und Schule, Schwerpunkt Schulverweigerung in Münster;

beide arbeiteten gemeinsam im Praxisforschungsprojekt „Coole

Schule: Lust statt Frust am Lernen“ in Berlin

 

 

[2]

Die Ergebnisse und Inhalte des Praxisforschungsprojektes „Coole

Schule: Lust statt Frust am Lernen“ sind genauer in den Bänden

1-5 der gleichnamigen Reihe nachzulesen (im Eigenverlag des

Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge

erschienen).

 

 

[3]

Vgl. dazu Faltermeier, J.; Bylinski, U.; Glinka, H.-J. u.a.:

Schulverweigerung – jetzt handeln. Konzepte und Strategien für

Jugendhilfe, Schule und Politik. Frankfurt/ Main 2006, S.35

 

[4]

nähere Informationen unter www.jean-piaget-oberschule-berlin.de

und www.tandembqg.de

 


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